Ein Krokodil für Zagreb

Lesung mit Marina Achenbach im Rahmen der 18. Langen Nacht der Kunst

Marina Achenbach lässt Sie in eine Familiengeschichte im Europa des 20. Jahrhunderts von der Münchner Räterepublik bis zum Jugoslawienkrieg eintauchen. Gelesen wird die Passage vom Dezember 1943 in Ahrenshoop, wo die Familie im Haus des Malers Alfred Partikel untertauchte.

Inhalt
In leuchtenden, konzentrierten Szenen blättert sich ein Jahrhundertleben auf: Das Mädchen Seka aus Sarajevo reitet mit dem Vater auf der Spur des Aufruhrs in bosnische Bergdörfer. In den 1930er Jahren trifft sie als junge Journalistin in Zagreb auf den deutschen Emigranten, einen Mann vom Theater mit einem Krokodil. Ado von Achenbach ist der rebellische Sohn einer adligen kaisertreuen Landratsfamilie. Sie verlieben sich, zwei Kinder werden geboren. Als deutsche Truppen in Zagreb einziehen, verschlägt es sie erst ins Kriegsberlin und dann weiter in den Norden an die kühle Ostsee. Seka und Ado verlieren einander. Seka und Ado verlieren einander, sie findet ihn im KZ-Außenlager Leuna wieder und schleust ihn unerschrocken gegen eine Packung Zigaretten für eine Nacht nach draußen. Nach Kriegsende richten sie ihre Hoffnungen auf die DDR. Sie gehen nach Weimar, um eine freie, moderne Theaterschule aufzubauen. Doch die Familie wird erschüttert. Eine Rückkehr nach Zagreb scheitert und Seka findet sich im Westen wieder. Im belagerten Sarajevo der 1990er sehen Tochter und Sohn Jugoslawien blutig zerfallen. In Deutschland wird Seka noch lange leben und immer wieder jene finden, die wie sie die Verhältnisse ändern wollen.
Seka ist die Mutter der Autorin Marina Achenbach, die mit dem wundersamen Erzählstrom der Eltern aufwuchs und hier ein farbenprächtiges Mosaik des Lebens auslegt – ein poetisches Tableau mit dem Grundton des Staunens.

Zur Person der Autorin
Marina Achenbach, geboren 1939 in Zagreb, ist in der DDR aufgewachsen und hat in München, Tübingen und Moskau Slawistik studiert. Sie übersetzte aus dem Russischen und Serbokroatischen und war im Rahmen des polnisch-deutschen Kulturaustauschs tätig. Für den WDR hat sie Dokumentarfilme gedreht und 1990 in Berlin die Wochenzeitung „der Freitag – das Meinungsmedium“ mitbegründet, die sie mit ihren Reportagen prägte. 2009 erschien von ihr „Echoraum: Umbrüche 1989 – 2009“. Ihr erster Roman „Ein Krokodil für Zagreb“ erschien 2017. Marina Achenbach lebt in Berlin.

Buchveröffentlichungen
Auf dem Weg nach Sarajevo (Berlin, Elefanten Press, 1994)
Echoraum: Umbrüche 1989–2009 (Berlin, Edition Der Freitag, 2009)
Fasia. Geliebte Rebellin (Oberhausen, Asso Verlag, 2004)
Ein Krokodil für Zagreb (Hamburg, Edition Nautilus, 2017)

Das vollständige Programm und weitere Informationen über die 18. Lange Nacht der Kunst finden Sie unter www.ostseebad-ahrenshoop.de.

Veranstaltungsort

Käthe-Miethe-Bibliothek Ahrenshoop
Bernhard-Seitz-Weg 3
18347 Ahrenshoop
Telefon: 038220 / 337
bibliothek@ostseebad-ahrenshoop.de
http://www.ostseebibliotheken.de/wDeutsch/ahrenshoop/

Anbieter

Kurverwaltung Ahrenshoop
Kirchnersgang 2
18347 Ahrenshoop
Telefon: +49 (0)38220 666610
Fax: +49 (0)38220 666629
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Details auf einen Blick
Datum
am 19.08.2017
Veranstaltungskategorie
Literatur
Preis
10,00 €

Eintritt mit Fähnchen der 18. Langen Nacht der Kunst: 10 €
Im Preis enthalten sind alle Veranstaltungen im Rahmen der 18. Langen Nacht der Kunst.
Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten freien Eintritt.

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